Darf man den Medien noch glauben?

Information 19/2018

„Fake News“ ist ein Begriff des 21. Jahrhunderts, der sogar in der aktuellen Auflage des Dudens neu aufgenommen wurde und die in den Medien zunehmende Verbreitung von Falschmeldungen in manipulativer Absicht beschreibt. Insbesondere durch die neuen Medien hat sich die Streuung von solchen Meldungen sehr beschleunigt, doch die Phänomene sind nicht wirklich neu, wie Karoline Kuhla in unserem EMYS-Sachbuchpreisträger im April „Fake News“ herausstellt.

Der Begriff „Lügenpresse“ zum Beispiel wurde unter anderem von den Nationalsozialisten gebraucht, tauchte aber erstmals schon 1848 als antisemitische Beschimpfung im deutschen Sprachraum auf.

Doch die Autorin Kuhla stellt nicht nur den historischen Zusammenhang eindrucksvoll und mit detaillierten Quellenangaben dar, sondern geht auch selbstkritisch mit ihrem Berufsstand – dem Journalismus – ins Gericht und zeigt Fehler auf, die durch schlechte Recherche oder Nachlässigkeit entstehen, wenn man sich nicht an die Regeln des guten Journalismus hält.

Ein sehr gut recherchiertes, informatives und brandaktuelles Buch über die Gefahren von Fake News, die Wichtigkeit der freien Presse als vierte Gewalt in einem demokratischen Staat und eine Kampfansage an die Verbreitung von Fake News und rechtem Gedankengut.

Am Ende des Buches gibt Karoline Kuhla den Lesenden zusätzliche Hinweise, was sie selbst gegen die Verbreitung von Fake News unternehmen und was sie von gutem Journalismus erwarten können. Unser EMYS-Sachbuchpreis geht im April an den Carlsen Verlag für ein sehr gut recherchiertes und leicht verständliches Buch zu einem Thema von höchster Brisanz.

Autoreninformation:

Karoline Kuhla hat Kunstgeschichte und Philosophie an der Freien Universität Berlin studiert und die Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg besucht. Sie schrieb unter anderem für die ZEIT, Geo Epoche, Art und den SPIEGEL. Heute arbeitet sie bei der ZEIT.

Karoline Kuhla: Fake News, Carlsen Verlag, Hamburg 2017, 192 Seiten, ISBN 978-3-551-31731-5, 6,99 Euro, ab 13 Jahren

EMYS: Ausgezeichnet werden mit dem EMYS-Sachbuchpreis besondere, fachlich kompetente und ansprechend aufbereitete Sachbücher für Kinder oder Jugendliche ab 6 Jahren. Der Preis wird vom Verein proWissen Potsdam in Kooperation mit der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam und der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen e.V. monatlich verliehen. Die Emys-Schildkröte ist von der Illustratorin Regina Kehn gestaltet. Die Preisträger erhalten jeweils ein in limitierter Auflage gedrucktes und signiertes Exemplar des Bildes.

Weitere Informationen zum EMYS-Sachbuchpreis finden Sie unter: www.emys-buchpreis.de. Wenn Sie darüber hinaus Fragen zum EMYS haben, wenden Sie sich bitte an die Projektleitung Dr. Ulrike Clausen, clausen@prowissen-potsdam.de

Pressekontakt | proWissen Potsdam e.V.
Andrea Jacob
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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