Potsdamer Nachwuchswissenschaftler-Preis 2020

14. Nachwuchswissenschaftler-Preis an Dr. David Uhlig



David Uhlig, Preisträger Potsdamer Nachwuchswissenschaftlerpreis 2020. Foto © Forschungszentrum Jülich GmbH, R. Limbach

Die Jury unter Vorsitz von Oberbürgermeister Mike Schubert hat entschieden, in diesem Jahr Dr. David Uhlig für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Geowissenschaften mit dem Potsdamer Nachwuchswissenschaftler-Preis auszuzeichnen. Dr. Uhlig erhält den Preis für seine am Deutschen GeoForschungsZentrum erarbeitete und „mit Auszeichnung“ bewertete Arbeit „The deep Critical Zone as a source of mineral nutrients to montane, temperate forest ecosystems“. Nach Ansicht der Jury ist das bearbeitete Thema hoch aktuell in Zeiten des Klimawandels.

Die Landeshauptstadt Potsdam zeichnet mit dem mit 5000 Euro dotierten Preis junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Region Potsdam für besondere Leistungen am Beginn ihrer wissenschaftlichen Laufbahn aus. Pandemiebedingt findet die Festveranstaltung der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, bei der der Preis übergeben wird, in digitaler Form statt und kann heute ab 19 Uhr auf www.bbaw.de/live im Livestream gesehen werden.

Dr. David Uhlig zeigt in seiner Dissertation den vollständigen Nährstoffzyklus von Pflanzen auf, wie er bisher nicht bekannt war. Er fügt damit den gut verstandenen biologischen Prozessen innerhalb der Pflanzen die Analyse der Nährstoffbilanzen außerhalb hinzu und zeichnet ein vollständiges Bild des Nährstoffkreislaufs. Oberbürgermeister Mike Schubert: „Es ist sehr schön, dass eine zukunftsweisende naturwissenschaftliche Arbeit ausgewählt wurde. Der Wissenstransfer ist mir wichtig und die von Dr. Uhlig gewonnenen Erkenntnisse sind bei der Erkundung der Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen beim Klimawandel von Bedeutung. Darüber hinaus ist seine Dissertation ein hervorragendes Beispiel für die Fachdisziplinen-übergreifende Zusammenarbeit am Wissenschaftsstandort Potsdam.“ Jurymitglied Professor Rolf Emmermann ergänzt: „Die herausragende, interdisziplinäre Arbeit an der Schnittstelle zwischen Biologie und Geologie betritt ein neues Forschungsfeld. Sie verdeutlicht, dass das GFZ das zukunftsweisende Forschungsfeld Bio-Geo in den letzten Jahren sehr gut entwickelt hat.“

„In einer Zeit, in der die Auswirkungen des Klimawandels und die Frage der Welternährung die Menschheit bereits jetzt vor große Anstrengungen stellt, brauchen wir Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler wie David Uhlig, die zielstrebig und kreativ ihre eigenen Wege suchen. Mit völlig neuartigen Isotopenmethoden, die am Deutschen GeoForschungsZentrum Potsdam entwickelt wurden, hat er erstmals anhand chemischer Fingerabdrücke verfolgt, wo und wie Pflanzen wichtige Nährstoffe aufnehmen. Diese Kombination neuer technischer Methoden und neuer Denkweisen ist essenziell, um solche komplexen Themen zukunftsweisend zu erschließen und Lösungen vorzuschlagen“, sagt Professor Dr. Friedhelm von Blanckenburg, der am GFZ die Sektion Geochemie der Erdoberfläche leitet und die Dissertation betreut hat.

„Die Arbeit von David Uhlig zeigt eindrücklich, welche wichtigen Perspektiven in der noch jungen Verknüpfung von Geo- und Bio-Wissenschaften liegen. Der Forschungsstandort Potsdam ist bereits jetzt auch auf diesem Gebiet unter den weltweit führenden Regionen – und wir bauen dieses zukunftsweisende Forschungsfeld am GFZ entscheidend aus: mit unserem GeoBioLab, das in wenigen Monaten eröffnet wird, ebenso wie mit dem Transmissions-Elektronenmikroskop der neuesten Generation, das in dieser Woche in Betrieb genommen wurde“, betont Prof. Dr. Niels Hovius, kommissarischer Wissenschaftlicher Vorstand des GFZ.

Dr. David Uhlig freut sich über die Auszeichnung: „Mit dem Potsdamer Nachwuchswissenschaftler-Preis ausgezeichnet zu werden, ist mir eine Ehre und erfüllt mich mit Stolz. Ebenso motiviert mich der Preis, meine interdisziplinäre Forschung auf dem Gebiet der Ökosystemernährung fortzuführen. Inwiefern sich die Ergebnisse meiner Dissertation über die bis zu Jahrtausende andauernde Ernährung von Waldökosystemen trotz immerwährender Nährstoffverluste auf die Nährstoffversorgung einjähriger landwirtschaftlicher Nutzpflanzen übertragen lässt, ergründe ich derzeit am Forschungszentrum Jülich. Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung mit zugleich limitierten Ressourcen lässt sich meiner Dissertation auch eine gesellschaftliche Relevanz zuordnen. Umso mehr freut es mich, dass mit dieser Auszeichnung meiner Doktorarbeit über Academia hinaus Aufmerksamkeit in der breiten Öffentlichkeit verliehen wird. Meinem Doktorvater Prof. Dr. Friedhelm von Blanckenburg danke ich sowohl für die erfolgreiche Nominierung als auch für seine immerwährende und allumfassende Unterstützung während meiner Promotion.“

Neben Oberbürgermeister Mike Schubert gehörten Prof. Dr. Susan Neiman vom Einsteinforum, Prof. Dr. Ulrich Buller, ehem. Forschungsvorstand der Fraunhofer-Gesellschaft, Prof. Dr. Rolf Emmermann, ehem. Vorstand des Deutschen Helmholtz Zentrum GFZ, Prof. Dr. Heinz Kleger, ehem. Universität Potsdam, Prof. Dr. Ralf Engbert von der Universität Potsdam sowie Prof. Dr. Bernd Müller-Röber von der Universität Potsdam der Jury an. In diesem Jahr lagen der Jury 21 Arbeiten zur Bewertung vor.

Mehr Informationen auf der Seite Potsdam.de

QR-Code - URL