WISPoP – Potsdamer Preis für Wissenschaftskommunikation

WISPoP – Potsdamer Preis für Wissenschaftskommunikation 2020

Am 22. Juni 2020 fand die Preisverleihung des WISPoP – Potsdamer Preis für Wissenschaftskommunikation 2020 bei schönstem Wetter auf dem Dach des Bildungsforums statt. Das erfolgreiche Historikerteam Dr. Kerstin Brückweh, Kathrin Zöller und Clemens Villinger vom Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) erhielten ihre Urkunden von Dr. Simone Leinkauf, Geschäftsführerin von proWissen Potsdam e.V., und dem Juryvorsitzenden Franz Ossing, ehem. Leiter der GFZ-Öffentlichkeitsarbeit und Mitglied des Koordinationsteams Scientists for Future. Herzlichen Glückwunsch!

Preisverleihung des WISPoP – Potsdamer Preis für Wissenschaftskommunikation 2020

v.l.n.r.: Anne Reymann (proWissen Potsdam e.V.), Kathrin Zöller, Dr. Kerstin Brückweh und Clemens Villinger (ZZF, WISPoP-Preisträger 2020), Franz Ossing (Juryvorsitzender), Dr. Simone Leinkauf (Geschäftsführerin proWissen Potsdam e.V)

© proWissen Potsdam e.V.


Der WISPoP – Potsdamer Preis für Wissenschaftskommunikation 2020 geht an

Das Projekt von Dr. Kerstin Brückweh, Clemens Villinger und Kathrin Zöller
Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF)
Die lange Geschichte der „Wende“. Lebenswelt und Systemwechsel in Ostdeutschland vor, während und nach 1989

Die "Wende" im Gespräch - Geschichtswissenschaft vor Ort: Wie haben Menschen die letzten Jahre der DDR, die friedliche Revolution und den Systemwechsel erlebt und gestaltet? Wie wird heute daran erinnert? Das alles untersuchten die Historikerinnen und Historiker Dr. Kerstin Brückweh, Clemens Villinger und Kathrin Zöller vom Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) unter anderem in zahlreichen Gesprächen mit Menschen aus der ehemaligen DDR für ihr Projekt Die lange Geschichte der „Wende“. Lebenswelt und Systemwechsel in Ostdeutschland vor, während und nach 1989.

Und die Forschungsergebnisse? Die wurden in einem außergewöhnlichen Kommunikationsformat – einer Dialogreise – an den ostdeutschen Untersuchungsorten nicht nur präsentiert, sondern zusammen mit den Zeitzeugen vor Ort diskutiert. Aus den dabei geführten Gesprächen entsteht zusammen mit einem in einfacher Sprache gehaltenen Schriftgespräch zwischen den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, der Arbeit einer Fotokünstlerin und eines Journalisten ein Buchprojekt.

Jurybegründung

Das Projekt von Frau Dr. Kerstin Brückweh, Clemens Villinger und Kathrin Zöller überzeugt insbesondere mit der Breite und Art der Kommunikation. Neben der Wissenschaft wird hier vor allem der Mensch ins Zentrum gerückt und es findet ein direkter Austausch auf Augenhöhe statt. Auch wenn die Einbindung von Zeitzeugen für die zeithistorische Forschung an sich nicht ungewöhnlich ist, werden diese durch Frau Dr. Brückweh und ihrem Team nicht lediglich als Informationsquellen für gezielte Recherche betrachtet. Die Autoren gehen über das eigentliche Forschungs- und Buchprojekt hinaus und wirken mit großem Engagement auf eine sehr aktive Auseinandersetzung und Diskussion ihrer Forschungsthemen vor Ort hin. Dabei nutzen sie interaktive und für die intendierte Zielgruppe gut durchdachte Kommunikationsformate und machen glaubhaft, dass die Kommunikation selbst ihnen neben der Forschungsarbeit ein originäres Anliegen ist und nicht nur Mittel zum Zweck.

Texterstellung, Diskussion von Forschungsfragen und -schritten sowie die Präsentation der Ergebnisse findet über den gesamten Projektzeitraum unter den Augen und mit Beteiligung der Öffentlichkeit statt. Diese ist damit nicht nur Zielgruppe des Erforschten, sondern durchweg Teilhaber und - wenngleich mit wissenschaftlicher Expertise geleiteter - Akteur des Projekts. Die vielfach geforderte Citizen Science wird hier vorbildlich dialogisch gelebt: die Beteiligten werden nicht nur als Datenlieferanten gesehen, sondern lernen selbst durch ihre aktive Einbindung in die Forschung den wissenschaftlichen Arbeitsprozess aus erster Hand kennen. Durch das Einbinden einer journalistischen und künstlerischen Perspektive in das Buchprojekt findet eine Betrachtung statt, die über die rein fachliche Arbeit hinausgeht und dazu beiträgt, eine höhere Aufmerksamkeit und Reichweite für die Forschungsergebnisse zu generieren.


Die Jury

Franz Ossing (Juryvorsitzender)
Ehem. Leiter der GFZ-Öffentlichkeitsarbeit, Mitglied des Koordinationsteams Scientists for Future

Sonja Schäche
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Deutschen Institut für Ernährungsforschung, Potsdam-Rehbrücke

Dr. Gabriele Schönherr
Wissenschaftskommunikatorin und Geschäftsführerin, science³

Dr. Dirk Schuster
Postdocvertreter der Potsdam Graduate School; Akademischer Mitarbeiter Institut für Jüdische Studien und Religionswissenschaft, Universität Potsdam

Matthias Zimmermann
Pressereferent / Forschungsmagazin Portal Wissen, Universität Potsdam


Die Shortlist für den WISPoP 2020

Dr. Kerstin Brückweh (Team)
Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF)
Die lange Geschichte der „Wende“. Lebenswelt und Systemwechsel in Ostdeutschland vor, während und nach 1989

Beate Hetényi (Team)
Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf
„Virtual History“ - Die digitale Rekonstruktion des antiken Forum Romanum als wissenschaftlicher Erlebnisraum

Dr. Simon Schneider
Universität Potsdam
GIS für Schulen - Mit Geoinformation zur Entscheidung

Antonia Schuster (Team)
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)
Clisciety


WISPoP – Potsdamer Preis für Wissenschaftskommunikation

Wissenschaftskommunikation populär: Science Blogs, Videos, Ausstellungen, Schülerlabore, Vorträge, Citizen Science Projekte – viele Potsdamer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler lassen in innovativen Formaten die Öffentlichkeit an ihrer Forschung teilhaben.

Der Verein proWissen Potsdam unterstützt gemeinsam mit der Stiftung Potsdam Research Network dieses Engagement und schreibt jährlich den WISPoP – Potsdamer Preis für Wissenschaftskommunikation in Höhe von 1.000 Euro für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aus.

Bewerben können sich Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aus dem proWissen Potsdam e.V. Netzwerk und dem Potsdam Research Network als Einzelpersonen oder im Team mit ihrem Kommunikationsprojekt.

Die Ausschreibung des WISPoP 2021 erfolgt Anfang 2021 an dieser Stelle.


Bisherige Preisträgerinnen und Preisträger

WISPoP 2019: Es taut!
Frozen-Ground Cartoons

Dr. Michael Fritz
Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Wie fühlt sich der Klimawandel für Rentiere an? Kann ein Truthahn schmelzen? Und warum ist Forschung in der Arktis besser als jeder Strandurlaub? Diese Geschichten zum Thema Permafrost erleben Comic-Fans in den Wissenschaftscomics zum Thema Permafrost „Es taut! Frozen Ground Cartoons“. Zwei Künstlerinnen und zwölf Wissenschaftler zeigen mit ihrer Arbeit an den Comics einen ganz neuen Blick auf die Arktis.

„Diese Bewerbung“, sagte Franz Ossing, Juryvorsitzender und ehemaliger Leiter der GFZ-Öffentlichkeitsarbeit und Mitorganisator des March for Science Berlin, „zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass sie sich mit einer hochaktuellen Thematik befasst, sondern sie besticht auch durch die hervorragende Übersetzung der eigenen Forschung in die Alltagssprache. Dabei bedient sich das Projekt eines originellen und niedrigschwelligen Mittels der Kommunikation: und zwar des Comics, dessen Umsetzung wirklich überzeugt hat. Vorbildlich ist hier auch die Glaubhaftigkeit des Projekts – das direkt an der eigenen Forschung ansetzt.“

Weitere Informationen: https://frozengroundcartoon.com/


Preisverleihung des WISPoP – Potsdamer Preis für Wissenschaftskommunikation 2019
v.l.n.r.: Franz Ossing, Juryvorsitzender; Dr. Michael Fritz, Preisträger WISPoP 2019; Anne Reymann, proWissen Potsdam

Graphic Recording von der PoGS-Veranstaltung und WISPoP-Preisverleihung
©Dr. Franziska Schwarz, www.scivisto.com 

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