Stärkeverdauung beginnt im Mund

Experiment des Monats April 2013

Mit einem einfachen Experiment kannst du herausfinden, wie das funktioniert.

Das brauchst du für dein Experiment:

  • Stärkelösung (Speisestärke, wie z.B. Mondamin, im Wasser lösen)
  • Jodlösung (erhältlich in der Apotheke unter dem Namen Betoisodona, kann durch Wasser noch weiter verdünnt werden)
  • Spucke

Und so funktioniert dein Experiment:

In einer Stärkelösung wird Jodlösung dazu gegeben. Dann ist ausnahmsweise mal spucken erlaubt, und zwar darf in einen kleinen Behälter gespuckt werden. Zur Spucke die Stärke und Jodlösung dazugeben.

Nach einiger Zeit hellt sich die Lilafärbung der Lösung auf.

Erklärung:
Die Stärke wird in unserem Körper verdaut, d.h. große Stärkemoleküle werden in ihre Einzelteile zerlegt und dienen der Energiegewinnung. Im Mund wird die Nahrung zerkleinert und mit Speichel durchmischt, damit wir die Nahrung besser schlucken können. Außerdem enthält der Speichel aber auch bestimmte Stoffe, sogenannte Enzyme (α-Amalysen), die in der Lage sind, Kohlenhydrate, wie z.B. Stärke, zu kleineren Einheiten abzubauen. Geben wir zu unserer Spucke die mit Jod angefärbte Stärkelösung hinzu, so verschwindet nach und nach die Blaufärbung. Die Stärke wird durch die Spucke in kleinere Einheiten gespalten. Diese Einheiten lassen sich mit Jod nicht blau färben. Deshalb lässt die Blaufärbung nach. Der erste Schritt der Verdauung findet, wie man sieht, bereits im Mund mit Hilfe des Speichels statt.

Du kannst einen zweiten Versuch anschließen, bei dem du vor dem Spucken Brot isst. Schau mal, ob die Lilafärbung schneller verschwindet, da im Mund bereits für die Verdauung des Brotes eine größere Menge an Stoffen gebildet wurde, die die Stärke abbauen.

Ursula Roß-Stitt leitet die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit am Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie im Wissenschaftspark Golm.

www.mpimp-golm.de

proWissen e.V. und PotsKids stellen hier zusammen mit Potsdamer Wissenschaftlern verschiedene Experimente vor.

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