Gibt es in Transsylvanien wirklich Vampire? [Charlotte, 14 Jahre]

Es wurde noch nie einer gesehen. Die Idee von Vampiren in Transsylvanien geht auf den irischen Schriftsteller Bram Stoker zurück, der 1897 den Roman „Dracula“ schrieb. Transsylvanien heißt auf Deutsch Siebenbürgen und ist heute ein Teil Rumäniens. Früher gehörte es zu Ungarn, dessen Könige im Mittelalter Deutsche dort ansiedelten. Diese trieben Handel und gründeten Städte. Südlich von Siebenbürgen liegt die Walachei. Deren Fürst Vlad III. Draculea bekämpfte im 15. Jahrhundert die siebenbürgischen Städte, verfolgte deren Kaufleute und richtete viele grausam hin. Er bevorzugte das Pfählen, bei dem man Menschen bei lebendigem Leibe auf Pfähle aufspießte. Die deutschen Städte Siebenbürgens versuchten, mittels gedruckter Flugschriften auf diesen grausamen Fürsten aufmerksam zu machen. So verbreitete sich in Europa die Nachricht vom blutrünstigen Vlad. Südlich der Donau gibt es vielerlei Volksglauben an Vampire, worüber seit dem 18. Jahrhundert publiziert wurde. Bram Stoker brachte diese Gruselgeschichten zusammen: Aus dem Fürsten Vlad wurde Graf Dracula, der in einem Schloss in den Karpaten wohnt und Vampireigenschaften hat. Transsylvanien steht dabei für ein Land jenseits jeder Vorstellung.


Dr. Harald Roth ist Direktor des Deutschen Kulturforums östliches Europa e.V.

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