Mein Opa sagt, er hätte sein „Waterloo“ erlebt. Was bedeutet das? [Lydia, 10 Jahre]

Das bedeutet, dass jemand eine vollständige Niederlage erlitten hat. Alle seine Hoffnungen, Träume und Ziele sind vernichtet. Waterloo ist der Name einer Gemeinde in Belgien, ca. 15 Kilometer südlich von Brüssel. Dort fand am 18. Juni 1815 eine große Schlacht statt, in der etwa 50.000 Soldaten getötet oder verwundet wurden. Es kämpften auf der einen Seite die britische Armee unter dem Herzog von Wellington und die preußische Armee unter Blücher. Ihnen stand die Armee Napoleon Bonapartes, Kaiser der Franzosen, gegenüber. Napoleon hatte einen großen Teil Europas erobert, war nach vielen Niederlagen 1814 besiegt und auf die Insel Elba verbannt worden. Am 1. März 1815 floh er, landete in Frankreich, wurde wieder Kaiser und stellte seine Armee erneut auf. Er setzte alle Hoffnungen darauf, seine Gegner einzeln besiegen zu können, marschierte in Belgien ein und wurde bei Waterloo besiegt. Seine Hoffnungen zerstoben und er war kein Kaiser mehr. Diesmal wurde er auf die kleine Insel St. Helena verbannt. Napoleon konnte nicht mehr fliehen, wenige Getreue blieben bei ihm, zudem wachten britische Soldaten über ihn. Er starb dort 1821 – sechs Jahre nach seiner vernichtenden Niederlage bei Waterloo.


Oberstleutnant Dr. Harald Fritz Potempa ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Pressestabsoffizier im Bereich Medien des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam..

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