Warum ist die Banane krumm? [Luis, 4 Jahre]

Vieles an der Banane kommt einem irgendwie „krumm“ vor: So zählen Bananen botanisch zu den Beerenfrüchten. Sie wachsen auch nicht an Bäumen, sondern an bis zu 10 Meter hohen Stauden. Was aussieht wie ein Stamm, sind dicke Blätter, die sich eng umeinander wickeln und eine Art Stamm bilden. Die Staude trägt nur einmal in ihrem Leben Früchte und stirbt danach ab. Um sich zu vermehren, bildet sie aus dem unterirdischen Pflanzenteil Schösslinge, die sich zu großen Stauden entwickeln. Ist die Staude ausgewachsen, bildet sie aus der Mitte heraus einen Blütenstand mit vielen Blüten. Aus jeder einzelnen Blüte entsteht eine Bananenfrucht, ein sogenannter „Finger“. 10 bis 20 Finger stehen jeweils in „Händen“ zusammen. Ein „Büschel“ trägt etwa 10 bis 12 Hände und wiegt bis zu 50 Kilogramm. Bis Bananen – noch grün – geerntet werden können, dauert es etwa ein Jahr. Am Anfang ist der Fruchtstand relativ leicht; er wächst nach oben. Mit den wachsenden Bananen wird er aber immer schwerer und senkt sich allmählich, bis er kopfüber nach unten hängt. Innerlich gesteuert von pflanzeneigenen Botenstoffen (Phytohormonen), wachsen die Bananenfrüchte weiter nach oben, der Sonne entgegen: Dabei werden sie krumm.


Dr. Janina Bolling ist Gartenbauwissenschaftlerin am Leibniz-Institut für Agrartechnik. Sie erforscht wie Obst und Gemüse lange frisch bleiben können.

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