Was kann Europa tun, um die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Unterschiede im ländlichen Raum abzubauen? [Marie, 15 Jahre]

Die Möglichkeiten der EU, die wirtschaftlichen Unterschiede im ländlichen Raum abzubauen, sind begrenzt. Sie hat dafür in den 1960er Jahren verschiedene Fonds eingerichtet. Das sind Geldtöpfe, in die die EU – jeweils für eine bestimmte Förderperiode – Geld einlegt, um damit drei übergeordnete Ziele zu erreichen: Konvergenz, regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung sowie territoriale Zusammenarbeit. So soll es vor allem wirtschaftlich besonders schwachen Regionen ermöglicht werden, ihren Rückstand aufzuholen: Sie sollen mehr Unternehmen ansiedeln und Arbeitsplätze schaffen und mit anderen Regionen zusammenarbeiten. Zu den Fonds zählen u. a. der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und der Europäische Sozialfonds (ESF). Dadurch, dass in den vergangenen 20 Jahren immer mehr Länder der EU beigetreten sind, von denen die meisten wirtschaftlich schwach sind, müssen die begrenzten Mittel auf mehr Länder verteilt werden. Dadurch bekommt jeder Mitgliedsstaat weniger vom „Kuchen“. Dieser umfasst für die Jahre 2014 bis 2020 immerhin 325 Mrd. Euro. Deutschland bekommt in dieser Förderperiode 19,3 Mrd. Euro, Brandenburg davon etwa 1,3 Mrd. Euro.


Dr. Henrik Scheller, Universität Potsdam, Lehrstuhl Politik und Regieren in Deutschland und Europa, Schwerpunkte: Föderalismus in der Bundesrepublik, Finanz- und Haushaltspolitik und Europäische Desintegration

www.uni-potsdam.de

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