Einweihung des Hochfeldmagneten am Helmholtz-Zentrum Berlin

Nach zirka acht Jahren Bau- und Entwicklungsarbeit ist es nun soweit: Am Helmholtz-Zentrum Berlin steht nun der weltweit stärkste Magnet für Untersuchungen mit Neutronen zur Verfügung. Er liefert ein kontinuierliches Magnetfeld von 26 Tesla. Im Rahmen eines Festkolloquiums wird der Hochfeldmagnet am 7. Mai 2015 offiziell in den Dienst der Wissenschaft übergeben. Zahlreiche Vertreter aus Forschung und Politik sowie Kooperations- und Entwicklungspartner werden zur feierlichen Inbetriebnahme in Berlin-Wannsee erwartet. Link zum genauen Programm

Informationen zum Hochfeldmagneten

Wie das Magnetfeld entsteht
Der Hochfeldmagnet ist als Hybrid-Magnetsystem konstruiert. Dabei sind eine normalleitende Kupfer- und eine supraleitende Spule aus einer Niob-Zinn-Legierung in Reihe geschaltet. Zusammen liefern sie im Inneren - dort, wo die Probe platziert wird - das Magnetfeld von 26 Tesla. Zum Betrieb wird ein Strom von 20.000 Ampere benötigt. In dieser Anordnung können die Betriebskosten gegenüber einem rein normalleitenden Magneten deutlich verringert werden. Jedoch musste beim Aufbau die Schwierigkeit gemeistert werden, dass die supraleitende Spule tiefe Temperaturen von minus 296 Grad benötigt (Kühlung mit flüssigem Helium), während die benachbarte Kupferspule Wärme abstrahlt und mit Wasser gekühlt werden muss. Für die Kühlung und Stromversorgung wurde deshalb am HZB eine komplexe Infrastruktur aufgebaut. Bei der Entwicklung des Hochfeldmagneten waren viele Kooperationspartner aus mehreren Ländern beteiligt. Mehr über den Aufbau und die Funktionsweise des Hochfeldmagneten

Zahlreiche Geschichten, Interviews sowie Fotos und Videos, die während der Bau- und Entwicklungszeit des Hochfeldmagneten entstanden sind, finden Sie im HZB-Zukunftslogbuch/HFM

Wissenschaft am Hochfeldmagneten
Mit 26 Tesla ist der Hochfeldmagnet am HZB der weltweit stärkste Magnet für die Forschung mit Neutronen. In der Grundlagenforschung ist die im Experiment verwendete Kombination aus Neutronen und starken Magnetfeldern von großem Nutzen. Mit dem Hochfeldmagneten ist es jetzt möglich, Proben innerhalb extrem starker Magnetfelder mit Neutronen zu beschießen und so aktuelle Fragen aus Physik, Chemie, Biochemie und den Materialwissenschaften zu beantworten. Unter anderem erhoffen sich die Forscherinnen und Forscher ein besseres Verständnis von Supraleitern sowie weiteren Materialien mit interessanten Eigenschaften. Mehr über die wissenschaftlichen Ziele.

Prof. Dr. Bella Lake, wissenschaftliche Projektleiterin, erläutert im Interview (auf Englisch), warum sie sich ganz persönlich auf das Experimentieren mit dem Hochfeldmagneten freut.

Besichtigung des Hochfeldmagneten für die interessierte Öffentlichkeit

Zur Langen Nacht der Wissenschaften am 13. Juni 2015 öffnet das HZB seine Türen in Berlin-Wannsee. Dabei haben Besucher auch die Möglichkeit, den Hochfeldmagneten und die wissenschaftliche Infrastruktur an der Neutronenquelle BER II kennenzulernen.

Journalisten sind zur Teilnahme an der Festveranstaltung herzlich willkommen. Um Anmeldung wird gebeten, bitte einen gültigen Personalausweis mitbringen. Eine Führung rund um den Hochfeldmagneten wird angeboten.

Pressekontakt:
Dr. Ina Helms
Tel.: 030/8062-42034
ina.helms@helmholtz-berlin.de

Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie (HZB)

Seit der Gründung des Helmholtz-Zentrums Berlin für Materialien und Energie (HZB) im Januar 2009 werden hier Neutronen sowie Synchrotronstrahlung koordiniert aus einer Hand angeboten. Zentrale …
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