Erste Konferenz für Forschungssoftware in Deutschland

200 internationale Teilnehmerinnen und Teilnehmer / „In der Forschung geht fast nichts mehr ohne Software“

Nach dem Erfolg der ersten drei internationalen Konferenzen der Research Software Engineers (RSEs) in Großbritannien fand vom 4. bis 6. Juni 2019 im Wissenschaftspark Albert Einstein in Potsdam die erste Konferenz in Deutschland zum Thema Forschungssoftware statt. Als Research Software Engineers (RSEs) bezeichnen sich Menschen, die Forschungssoftware entwickeln, unabhängig von ihrer Stellenbezeichnung und ihrem Abschluss. Etwa 200 Gäste aus Deutschland und Europa nahmen an der ausgebuchten Konferenz teil: Eine breite Mischung aus Forschenden verschiedener Bereiche, Expertinnen und Experten aus der Software-Förderung und -Finanzierung, Entwicklerinnen und Entwicklern und Software-Dienstleistenden. Als Veranstalter traten die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) - Fachbereich Softwaretechnik (SWT), die de-RSE e.V. - Gesellschaft für Forschungssoftware, die Forschungsstelle Potsdam des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI), das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und das Deutsche GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) auf.

Ko-Organisator Jan Philipp Dietrich vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung sagt: „In der Forschung geht fast nichts mehr ohne Software – aber gesprochen wird darüber fast nie. Dabei ist Qualitätssicherung bei der Software immer auch Qualitätssicherung für die Forschung – und da hilft Schweigen ganz sicher nicht. Die erste deutsche Konferenz zu Forschungs-Software soll das Gespräch darüber voranbringen, wie gute Software sein muss, damit gute Forschung dabei herauskommt.“

Die Konferenz stellt eine bislang einzigartige Vernetzung in der deutschen Wissenschaftslandschaft unter verschiedenen Akteurinnen und Akteuren, Stakeholdern und der Wirtschaft zum Thema Forschungssoftware her, um aktuelle Themen wie die Digitale Transformation in Forschung und Wissenschaft, Nachhaltigkeit, Fördermöglichkeiten sowie mögliche Beiträge zur Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) zu diskutieren.

„Forschungssoftware nimmt bei der Digitalen Transformation von Forschung und Wissenschaft eine unverzichtbare Rolle ein“, erklärt Martin Hammitzsch, Leiter des e-Science-Zentrums am GFZ, Vorstandsmitglied bei de-RSE e.V. und Ko-Organisator der Konferenz. „Als elementarer Bestandteil der Forschungstätigkeit unterstützt Software die Gewinnung, Verarbeitung und Auswertung von Daten und die Modellierung und Simulation von komplexen Prozessen. Sie stellt darüber hinaus einen wesentlichen Bestandteil der wissenschaftlichen IT-Infrastruktur dar.“

Auch Michael Goedicke, Vizepräsident der Gesellschaft für Informatik unterstreicht die Relevanz von Software und den daran beteiligten Personen in Wissenschaft und Forschung: „Heute gibt es nur noch wenige Forschungsbereiche, die ohne Softwareunterstützung auskommen. Damit rückt auch der Prozess der Entwicklung von Forschungssoftware in den Fokus, der neben technischen Aspekten auch viele ethische, rechtliche und organisatorische Fragen berührt. Denen müssen wir uns mit Hochdruck stellen, wenn wir bei der Qualität unserer Forschungsergebnisse keine Abstriche machen wollen.“ (ph)

Bildmaterial:
Gruppenfoto der RSE-Konferenz 2019 (CC BY 4.0: Antonia Cozacu / Jan Philipp Dietrich)
Link

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