Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften e.V.

Standort
Brauhausweg 2
03238 Finsterwalde
Telefon: 03531-7907-0
Fax: 03531-7907-30

Lebensräume und Biodiversität in den Sanierungsgebieten der Bergbaufolgelandschaften der Lausitz und Mitteldeutschlands

Die Bergbaufolgelandschaften des Lausitzer und Mitteldeutschen Reviers beherbergen eine erstaunliche Vielfalt an Arten und Lebensräumen. Viele Arten, die in der umgebenden Landschaft nur noch wenig Lebensraum finden, haben hier einen Rückzugsraum gefunden. Bei der Entwicklung der Bergbaufolgelandschaften (BFL) und bei notwendigen Sanierungsmaßnahmen sind Wege für eine ökologisch vorteilhafte und ökonomisch vertretbare Gestaltung zu finden. Im Auftrag der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) trägt das FIB gemeinsam mit seinen Partnern vorhandene aktuelle Daten zur Ausstattung der BFL mit Arten und Lebensräumen in beiden Revieren zusammen. Besonderes Augenmerk wird auf die Sukzession der Standorte und Lebensgemeinschaften gelegt: Welche Entwicklungsstadien folgen aufeinander? Dabei wird auch die Entwicklung der Kippböden mit berücksichtigt. Aufbauend auf den Prognosen zur Stabilität und Dynamik der Lebensräume werden Schlussfolgerungen für die künftige Sanierung gezogen und die zur Verfügung stehenden Optionen dargestellt. Um die breite Thematik in ihren verschiedenen Facetten kenntnisreich bearbeiten zu können, arbeitet das FIB mit mehreren fachlich versierten Partnern zusammen:

Historie

Die Lösung anwendungsbezogener Fragestellungen in Bergbaufolgelandschaften und weiteren durch menschliche Eingriffe gestörten Landschaftsräumen bedarf eines breiten Fachwissens von Erfahrungsträgern. Das FIB e.V. kann am Forschungsstandort Finsterwalde mit seinen Versuchsstationen Lysimeteranlage Grünewalde, Drößig und Welzow-Süd auf eine nunmehr 60-jährige Tradition und anerkannte wissenschaftliche Exzellenz zurückblicken.

Dabei ermöglicht es die interdisziplinäre, reibungsarme Organisationsroutine rasch auf neue Herausforderungen der Praxis einzugehen und wissenschaftliche Zukunftsfelder, beispielsweise im Bereich der Klimafolgenforschung oder Grundwassersanierung erfolgreich zu besetzen.

Aufgaben und wissenschaftliches Profil

Das im Jahr 1992 auf Empfehlung des Wissenschaftsrates gegründete Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften e.V. (FIB) erarbeitet Lösungen für eine Wiederbelebung der durch Rohstoffgewinnung, insbesondere den Braunkohlenabbau, umgestalteten Landschaften.

Arbeitsschwerpunkte bilden die land- bzw. forstwirtschaftliche Rekultivierung, Fragen zur Boden- und Gewässersanierung sowie das Naturschutzmanagement. Seit einigen Jahren stellen sich neue strategische Aufgaben, beispielsweise der umweltverträgliche Energiepflanzenanbau oder die klimatischen Auswirkungen auf Landnutzung und Wasserbewirtschaftung.

Hiervon ausgehend werden Sanierungsbeiträge für Landschaftsräume erarbeitet, welche durch Industrie, Stoffeinträge oder eine nicht standortgerechte Nutzung in ihrer Leistungsfä-higkeit gefährdet bzw. bereits beeinträchtigt sind. Gegenwärtig existiert in Europa keine weitere Forschungseinrichtung mit einem vergleichbaren Anforderungsprofil.

Satzungsgemäße Aufgaben

Angewandte Forschung in Landschaften,

  • deren Naturhaushalt, biologische Vielfalt, Raumfunktionen, nachhaltige Nutzbarkeit und Regenerationsfähigkeit
  • durch Eingriffe und Wirkungen des Menschen wie insbesondere
  • den Bergbau aber auch Industrie, Stoffeinträge oder eine nicht standortgerechte Landnutzung
  • beeinträchtigt bzw. gestört sind
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