Warum wackeln Hühner beim Laufen mit dem Kopf?? (Jost, 8)

Bei den Hühnern liegen, wie auch bei den meisten anderen Vögeln, die Augen seitlich am Kopf. So können sie fast rundherum gucken- und zwar 340°!!! Das ist nicht nur wichtig, um viel Futter zu finden, sondern besonders auch, um rechtzeitig Feinde zu entdecken, die sich von überall her anschleichen oder sogar anfliegen können!! Daher ist es überlebensnotwendig, immer ein scharfes und genaues Bild der Umgebung zu haben.
Ein Nachteil bei den Hühneraugen aber ist, dass sie die Pupillen nicht so gut bewegen können, wie es bei uns Menschen problemlos möglich ist.
Wenn sich der Kopf eines Huhnes bewegt, werden die Augen also automatisch mitbewegt und können nicht einen Punkt- oder ein Korn- in dieser Zeit weiter fest angucken. Das Bild wird verwischt und unscharf (Menschen können ja beim Laufen z.B. einen Ball fest und scharf im Blick behalten). Wenn das Huhn beim Laufen den ersten Fuß vorsetzt, bleibt der Kopf vorerst zurück und wird erst mit dem zweiten Fuß ganz schnell und ruckartig „nachgeholt“. So ist die Zeit, in der das Huhn nicht gut sehen kann, nur ganz kurz. Wissenschaftler glauben, dass in dem Moment der schnellen Kopfbewegung die Hühner sogar gar nichts sehen können, damit ihnen nicht schwindlig wird!! Außerdem ermöglicht das Kopfwackeln des Huhnes, ihm eine räumliche Vorstellung seiner Umgebung zu vermitteln. Es kann erkennen, ob etwas nur klein aussieht- wie z.B. ein großer Baum, der aber weit weg ist, oder tatsächlich klein IST- wie das Weizenkorn vor ihm im Sand.


Dr. Ulrike Clausen ist freiberufliche Tierärztin in Potsdam

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