Ina Danquah erhält Robert Bosch Juniorprofessur zur Erforschung nachhaltiger Nutzung natürlicher Ressourcen

Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE)

Eine Kurzmeldung aus der Leibniz-Gemeinschaft

13. März 2019

Ina Danquah erhält Robert Bosch Juniorprofessur zur Erforschung nachhaltiger Nutzung natürlicher Ressourcen

Am 12. März 2019 wurde DIfE-Nachwuchswissenschaftlerin PD Dr. Ina Danquah feierlich zur neuen Robert Bosch Juniorprofessorin ernannt. Sie wird die Leitung der Arbeitsgruppe "Klimawandel, Ernährung und Gesundheit" am Heidelberger Institute of Global Health übernehmen. Die 37-Jährige möchte in den nächsten fünf Jahren zum Thema Nachhaltige Ernährung in sub-Sahara Afrika forschen und geht dafür in eines der ärmsten Länder der Welt: Burkina Faso, West Afrika.

Sub-Sahara Afrika hat sich in den letzten Jahren wirtschaftlich rasch entwickelt. Die fortschreitende Verstädterung geht dabei mit einer modernisierten Ernährungsweise einher, die möglicherweise neben dem vermehrten Auftreten von Übergewicht und Fettleibigkeit in der Erwachsenenbevölkerung auch zu einer verstärkten Emission klimaschädlicher Treibhausgase führen kann. Im Gegensatz dazu sind die ländlichen Regionen noch immer von chronischer Unterernährung betroffen. Die Klimaveränderungen drohen die Ernährungsunsicherheit in diesen Regionen weiter zu verstärken.

Gemeinsam mit ihrem Team aus Klimaforschern, Landwirtschaftsexperten, Anthropologen und Gesundheitsökonomen wird die Ernährungsepidemiologin daher in den nächsten Jahren mit einem ganzheitlichen Ansatz Ernährungsweisen entwickeln, die nährstoffreich, finanziell erschwinglich, kulturell akzeptiert sowie umweltfreundlich (Städte) oder klimaresistent (ländliche Regionen) sind.

Dazu führt sie in zwei Modellregionen Burkina Fasos Interventionsstudien durch: In der Hauptstadt Ouagadougo untersucht sie bei 200 Männern und Frauen mit Übergewicht für mindestens 12 Monate, wie sich eine kulturell akzeptierte, familienbasierte Ernährungsintervention im Vergleich zu einer Standardernährungstherapie auf die Gesundheit und die Umwelt auswirkt. In der ländlichen Region um die westlich gelegene Stadt Nouna sollen rund 250 Familien mit jungen Kindern rekrutiert werden, um den kindlichen Ernährungszustand zu verbessern. Für mindestens zwei Jahre erhalten die Familien neben Ernährungs- und Gesundheitsberatungen auch Hilfe beim Anbau einheimischer Nutzpflanzen, die auf Biodiversifizierung abzielt.

Ina Danquah kann dabei auf ihre langjährige Forschungsarbeit mit afrikanischen Bevölkerungsgruppen zurückgreifen. Seit 2010 erforscht sie in der Abteilung Molekulare Epidemiologie am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) das Auftreten von Typ-2-Diabetes in sub-Sahara Afrika. „Ich bin sehr glücklich, dass ich diese Chance bekomme und dazu beitragen kann, die Ernährung in einem der ärmsten Länder der Welt nachhaltig zu verbessern. Auf diese neue Herausforderung und den Wechsel an eine der besten deutschen Forschungseinrichtungen freue ich mich sehr."

Weitere Informationen:

Die Robert Bosch Stiftung schreibt seit 2008 jedes Jahr die Juniorprofessur "Nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen" aus, um die Nachhaltigkeitswissenschaft in Deutschland zu stärken. Die Juniorprofessorinnen und –professoren erhalten bis zu eine Million Euro für fünf Jahre eigenständige Forschung an einer deutschen Universität oder Forschungsinstitution. Das Forschungsvorhaben muss im Themenbereich der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen angesiedelt und anwendungsorientiert sein. Es soll zur Lösung drängender sozial-ökologischer Probleme beitragen, die besondere Relevanz für Entwicklungs- oder Transformationsländer haben.

Kontakt:

PD Dr. Ina Danquah
Abteilung Molekulare Epidemiologie
Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE)
Tel.: +49 (0)33200 88-2474
E-Mail: Ina.Danquah@dife.de

Sonja Schäche
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE)
Tel.: +49 33200 88-2278 / 2335
E-Mail: sonja.schaeche@dife.de / presse@dife.de

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