NAKO Gesundheitsstudie startet Umfrage zu COVID-19

►Neben den Besuchen im Studienzentrum gehört das Ausfüllen von Fragebögen zum Untersuchungsprogramm der NAKO-Teilnehmenden. (Foto: David Ausserhofer/DIfE)

Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE)

Eine Mitteilung aus der Leibniz-Gemeinschaft

11. Mai 2020

NAKO Gesundheitsstudie startet Umfrage zu COVID-19

In den kommenden Tagen erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der NAKO Gesundheitsstudie Corona-Fragebögen von ihren betreuenden Studienzentren, darunter auch das am DIfE angesiedelte NAKO-Studienzentrum in Berlin-Steglitz. Mit dieser Forschungsaktion möchte die NAKO dazu beitragen, Erkenntnisse über Verbreitung, Verlauf und Auswirkungen von COVID-19 in Deutschland zu gewinnen.

Die NAKO untersucht seit 2014 bundesweit 200.000 Männer und Frauen im Alter von 20 bis 69 Jahren und erfasst über einen Zeitraum von ca. 20 Jahren ihren Gesundheitszustand. Die 18 Studienzentren führen dabei in regelmäßigen Abständen umfangreiche medizinische Untersuchungen und Befragungen zum Ernährungs- und Lebensstil durch. Damit liefert die NAKO eine gute Ausgangsbasis, um die kurz- und langfristigen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie zu untersuchen.

Auswirkung von Krankheit und Shutdown

Um die Folgen von Coronavirus-Pandemie und Shutdown-Maßnahmen auf die Gesundheit zu erforschen, haben NAKO-Expertengruppen 42 Fragen entwickelt, die in direkten Bezug zu jenen Daten gesetzt werden können, die in der Gesundheitsstudie bereits vor der COVID-19 Pandemie erhoben wurden.

In dem 13 Seiten umfassenden Fragebogen geben die Probandinnen und Probanden Auskunft über ihren aktuellen Gesundheitszustand, über ihre eventuellen Erfahrungen mit spezifischen COVID-19-Krankheitssymptomen, über ihre Sozialkontakte und mögliche psychosoziale Auswirkungen der verhängten Einschränkungen. Darunter z. B. auch Veränderungen im Lebensstil: „Uns interessiert, wie sich die Corona-Pandemie auf das Ernährungsverhalten, den Alkoholkonsum, und die körperliche Aktivität der Beteiligten auswirkt. Vielleicht nutzen Viele die neu gewonnene Zeit und überdenken ihre bisherigen Gewohnheiten und Verhaltensweisen“, erklärt Professor Matthias Schulze, Epidemiologe am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) und Studienleiter des NAKO-Studienzentrums Berlin-Süd/Brandenburg in Berlin-Steglitz.

Versand gestartet

Die Fragebögen sollen innerhalb von 14 Tagen verschickt werden. Das NAKO-Team vom DIfE arbeitet deshalb unter Hochdruck am Versand der fast 10.000 Briefe. Die meisten erreichen per E-Mail ihr Ziel und werden online ausgefüllt. Wenn Studienteilnehmende es wünschen, werden aber auch Papierfragebögen per Post verschickt. „Von einigen Probandinnen und Probanden haben wir bereits ein positives Feedback erhalten. Wir rechnen fest damit, dass die Befragung von den allermeisten schon Ende Juni abgeschlossen sein wird. Aus den Antworten werden wir wertvolle Erkenntnisse zu den Folgen der Pandemie ziehen können“, erläutert Dr. Sylvia Gastell, Epidemiologin und Leiterin des NAKO-Studienzentrums in Berlin-Steglitz.

Der Fragebogen ist ausschließlich den NAKO-Teilnehmenden vorbehalten. Interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können sich an die NAKO Geschäftsstelle wenden, wenn sie den Fragebogen gerne in anderen Studien einsetzen möchten.

Hintergrundinformationen:

NAKO Gesundheitsstudie - Gemeinsam forschen für eine gesündere Zukunft

Seit 2014 werden in der NAKO Gesundheitsstudie zufällig aus den Melderegistern gezogene Männer und Frauen zwischen 20 und 69 Jahren bundesweit in 18 Studienzentren medizinisch untersucht und nach ihren Lebensumständen befragt. Ziel ist es, chronische Erkrankungen, wie zum Beispiel Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rheuma, Infektionen und Depression genauer zu erforschen, um Prävention, Früherkennung und Behandlung dieser in der Bevölkerung weit verbreiteten Krankheiten zu verbessern. Das multizentrische Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, den beteiligten Ländern und der Helmholtz-Gemeinschaft gefördert. Initiiert wurde die großangelegte Studie, durch die Leibniz-Gemeinschaft, Universitäten, die Helmholtz-Gemeinschaft und Einrichtungen der Ressortforschung.

Das vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) geleitete Studienzentrum Berlin-Süd/Brandenburg befindet sich in Berlin Steglitz-Zehlendorf und betreut zusammen mit dem Zentrum in Berlin-Nord auch Studienteilnehmer aus Brandenburg. Im März 2019 hat das Studienzentrum den 10.000 Probanden untersucht. Seit Mai 2019 werden alle Probandinnen und Probanden ein zweites Mal zu den Untersuchungen eingeladen.

Seit Beginn der Corona-Pandemie informiert die NAKO Gesundheitsstudie ihre Probandinnen und Probanden regelmäßig in ihren offenen Briefen über die aktuelle Situation.

Pressekontakte

Dr. Sylvia Gastell
Leiterin des NAKO-Studienzentrums Berlin-Süd/Brandenburg
Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE)
Tel.: 030 2062184-4002
E-Mail: Sylvia.Gastell@dife.de

Sonja Schäche
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE)
Tel.: 033200 88-2278
E-Mail: sonja.schaeche@dife.de / presse@dife.de

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Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) hat die Aufgabe, experimentelle und angewandte Forschung auf dem Gebiet Ernährung und Gesundheit zu betreiben. Die Grundlagen …
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