Postdoc-Preis 2021 für die Erforschung Antimikrobieller Resistenzen

Der Chemiker Dr. Matthias Hartlieb hat den diesjährigen Postdoc-Preis des Landes Brandenburg in der Kategorie Natur- und Ingenieurwissenschaften erhalten. Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle überreichte die Urkunde bei einer Festveranstaltung am 2. Dezember 2021 in Potsdam. Mit einem Preisgeld von 20.000 Euro gehört die Auszeichnung zu den am höchsten dotierten Preisen für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland.

„Ich freue mich außerordentlich über die Auszeichnung unserer Arbeit mit einem so renommierten Preis. Die Jury hat damit auch dem Thema Antimikrobielle Resistenz mehr Sichtbarkeit verschafft, was ich sehr begrüße“, sagt Dr. Matthias Hartlieb. Der Chemiker widmet sich in seiner durch das Emmy Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Nachwuchsgruppe der Erforschung von antimikrobiellen Polymeren der nächsten Generation. Das Ziel ist, antibiotikaresistente Keime zu zerstören, ohne dabei dem Menschen zu schaden. „In unserer Arbeit versuchen wir antimikrobielle Polymere als neue Antibiotika zu entwickeln, um so der antimikrobiellen Resistenz und der damit verbundenen Probleme für das Gesundheitssystem entgegenzuwirken“, erklärt der Wissenschaftler. „In unserer jetzt ausgezeichneten Publikation gehen wir einen ersten Schritt in diese Richtung und zeigen, dass die Architektur der verwendeten Polymere einen deutlichen Einfluss auf deren Aktivität und Selektivität hat. Die Arbeit ist in enger Kooperation mit dem Fraunhofer IAP in Golm entstanden.“

Dr. Matthias Hartlieb studierte Chemie an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. Von 2015 bis 2017 war er Postdoc in der Gruppe von Prof. Sébastien Perrier in Warwick (England) und forschte anschließend am Institut für Biomaterialforschung, Helmholtz-Zentrum-Geesthacht (jetzt: Helmholtz-Zentrum Hereon). 2019/20 war er Postdoc im Open-Topic-Programm und Nachwuchsgruppenleiter an der Universität Potsdam. Seit 2021 leitet er die Emmy Noether-Nachwuchsgruppe „Polymere Biomaterialien“ am Institut für Chemie der Universität Potsdam, die von der DFG bis 2026 mit 1,6 Mio. Euro gefördert wird.

Mit den Postdoc-Preisen würdigt das Land Brandenburg zum 15. Mal herausragende Forschungsleistungen promovierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Landes. Den Preis in der zweiten Kategorie Geistes- und Sozialwissenschaften erhielt in diesem Jahr Dr. Björn Sörgel vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung. Eine Hälfte des Preisgeldes erhalten die Gewinner zur freien Verfügung, die andere Hälfte dient der Förderung wissenschaftlicher Projekte.

Link zur ausgezeichneten Publikation: https://doi.org/10.1021/acsami.0c05944

Link zur Arbeitsgruppe: www.uni-potsdam.de/polybio

Mehr über die Arbeit von Matthias Hartlieb: https://www.uni-potsdam.de/de/nachrichten/detail/2020-08-27-im-kampf-gegen-krankheitserreger-der-chemiker-matthias-hartlieb-entwickelt-stoffe-die-e

Foto:

Postdoc-Preisverleihung_MWFK: Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle und Dr. Matthias Hartlieb bei der Preisverleihung. Bildrechte: MWFK Brandenburg

Kontakt: Dr. Matthias Hartlieb, Institut für Chemie
Telefon: 0331 977-5186
E-Mail: mhartlieb@uni-potsdam.de

Medieninformation 03.12.2021 / Nr. 107
Dr. Stefanie Mikulla

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