Sicherheits- und verteidigungspolitisches Meinungsbild in der Bundesrepublik Deutschland

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir informieren Sie über folgende (elektronische) Neuerscheinung:

Markus Steinbrecher, Timo Graf, Heiko Biehl und Christina Irrgang, Sicherheits- und verteidigungspolitisches Meinungsbild in der Bundesrepublik Deutschland. Ergebnisse und Analysen der Bevölkerungsbefragung 2020, Potsdam 2021 (= Forschungsbericht 128)

Das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) hat im Zeitraum vom 18. Juli bis 26. August 2020 eine repräsentative Bevölkerungsbefragung zu den sicherheits- und verteidigungspolitischen Einstellungen der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger durchgeführt. Der jetzt veröffentlichte Forschungsbericht zeigt neben der seit Jahren sehr großen Unterstützung für die Bundeswehr eine differenzierte Sicht der Deutschen auf außen- und sicherheitspolitische Fragen.

Ergebnisse der Bevölkerungsumfrage 2020 des ZMSBw:
Die Bevölkerungsbefragung des ZMSBw 2020 zeigt wie schon in den Vorjahren eine große Unterstützung für die Bundeswehr sowie eine differenzierte Sicht auf außen- und sicherheitspolitische Fragen.
Das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) hat im Sommer 2020 eine repräsentative Bevölkerungsbefragung zu den sicherheits- und verteidigungspolitischen Einstellungen der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger durchgeführt. Der Forschungsbericht enthält deskriptive Statistiken, Zeitvergleiche mit den Erhebungen der vorangehenden Jahre und umfassende Analysen.

Großer Zuspruch zur Bundeswehr trotz schwieriger Ausrüstungslage
Deutlicher noch als im Vorjahr zeigen die Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung des ZMSBw 2020, dass der weit überwiegende Teil der Bürgerinnen und Bürger eine positive Einstellung zur Bundeswehr hat. Der gewachsene Zuspruch für die Bundeswehr ist auch auf die Leistungen der Streitkräfte im Inland, etwa im Zusammenhang mit der Corona-Hilfe, zurückzuführen. Für die meisten Befragten sind die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr ein selbstverständlicher Bestandteil von Staat und Gesellschaft. Die Notwendigkeit und die Leistungen der Bundeswehr werden weithin anerkannt. Für 63 Prozent der Befragten ist die Bundeswehr ein attraktiver Arbeitgeber für junge Menschen. Die Ausrüstung und Bewaffnung der Bundeswehr wird überwiegend negativ beurteilt.

Persönlicher Kontakt mit der Bundeswehr besonders positiv
Die Bürgerinnen und Bürger nehmen die Bundeswehr vor allem über die Massenmedien wahr. Im Vergleich zu 2019 zeigt sich eine leichte Abnahme der Wahrnehmung der Bundeswehr. 71 Prozent der Befragten erfahren durch die Massenmedien etwas über die Streitkräfte. 39 Prozent nehmen die Bundeswehr im persönlichen Bereich wahr (im Alltag, in Gesprächen, in der Öffentlichkeit oder bei Zugfahrten). Der Eindruck von der Bundeswehr ist bei persönlichen Begegnungen besonders positiv.

Zustimmung zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben bleibt stabil
Im Jahr 2020 befürwortet eine relative Mehrheit von 42 Prozent eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben, während sich eine Minderheit von 12 Prozent für eine Verringerung der Verteidigungsausgaben ausspricht. 40 Prozent der Befragten votieren dafür, den Verteidigungshaushalt auf dem aktuellen Niveau zu halten. Für den zukünftigen militärischen Personalumfang der Bundeswehr zeigt sich ein ähnliches Bild: Für eine Erhöhung sprechen sich 42 Prozent aus, keinen Veränderungsbedarf sehen ebenfalls 42 Prozent und 10 Prozent befürworten eine Reduzierung der Anzahl der Soldaten und Soldatinnen.

Auslandseinsätze der Bundeswehr: akzeptiert, aber weitgehend unbekannt
Eine klare Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger spricht sich für eine aktive Außen- und Sicherheitspolitik aus. Bei der Wahl der außenpolitischen Instrumente besteht in allen Wählergruppen und soziodemografischen Teilgruppen eine Präferenz für diplomatische Mittel. Die Mehrheit der Bevölkerung akzeptiert den Einsatz des Militärs als legitimes Mittel der Außenpolitik. Insgesamt sprechen sich die Bürgerinnen und Bürger am ehesten für die Missionen aus, die als Hilfseinsätze wahrgenommen werden oder der Stabilisierung dienen. Die Bevölkerungsmehrheit hat von den einzelnen Auslandseinsätzen der Bundeswehr wenigstens schon einmal etwas gehört oder gelesen. Doch nur wenige kennen zumindest einige Fakten. Viele wissen nichts Konkretes über die Einsätze. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Informationsniveau der Bevölkerung nochmals gesunken.

Klare Mehrheit steht zur Verteidigungszusammenarbeit in der NATO und EU
Eine absolute Mehrheit der Bundesbürger befürwortet Deutschlands Mitgliedschaft und Engagement in der NATO, ebenso wie die Verteidigungszusammenarbeit im Rahmen der Europäischen Union. Eine relative Mehrheit von 47 Prozent wünscht sich zudem den Aufbau einer gemeinsamen europäischen Armee und unterstützt damit eine Entwicklungsperspektive, die über die enge militärischen Kooperation nationaler Streitkräfte hinausgeht.

Erfolgreiche Durchführung der Befragung trotz Corona
Die Bevölkerungsbefragung des ZMSBw wurde im Zeitraum vom 18. Juli bis 26. August 2020 durch das renommierte Markt- und Meinungsforschungsinstitut IPSOS im Rahmen von computergestützten persönlichen Interviews (CAPI) erhoben. Die Auswertung der Umfragedaten erfolgte durch das ZMSBw. Befragt wurden 2.277 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren, die in Privathaushalten in Deutschland leben. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Durchführung der Interviews selbstverständlich angepasst, sodass jegliche Abstands- und Hygieneregeln stets eingehalten wurden. Die Corona-Lage führte letztlich zu einer Verzögerung in der Durchführung, hat aber den erfolgreichen Abschluss der Befragung nicht gefährdet.

Pressestelle
Zentrum für Militärgeschichte und
Sozialwissenschaften der Bundeswehr
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Fax: (03 31) 97 14 507
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01. März. 2021

Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw)

Das ZMSBw ist die zentrale militärgeschichtliche und sozialwissenschaftliche Forschungseinrichtung des Bundes und wurde 2013 als Zusammenschluss des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes und des …
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